Renate Moran Renate Moran

Lithografie

 

Die Zeichnung wird mit einer fetthaltigen Kreide oder Tusche auf einen speziell vorbereiteten ( geschliffenen, gekörnten und entfetteten ) Kalkstein gebracht.( Solnhofener Kalkstein )


Um die fetthaltige Zeichnung auf dem Stein zu stabilisieren und die nicht druckenden Partien für die aufzutragende Farbe unempfindlich zu machen, wird die Steinoberfläche mit Talkum behandelt und eine Ätzflüssigkeit aufgetragen. Nach dem Abwaschen und Trocknen, erfolgt mit Gummiarabikum ein filmartiger Überzug.

Der feuchte Gummi wird von der fetten Zeichnung abgestoßen und bleibt nur auf den unbezeichneten Stellen haften. Ist der Stein getrocknet, wird die Zeichnung mit Terpentin ausgewaschen, bis diese nur noch als Fettgrund zu sehen ist. Eine Möglichkeit ist auch, besonders bei feinen nicht sehr fetten Zeichnungen mit Asphalttinktur den Fettgrund zu verstärken. Eine Walze überträgt die Druckerfarbe auf den angefeuchteten Stein.

Der Fettgrund stösst das Wasser ab und nimmt die Farbe auf, die, da fetthaltig, von den feuchten Steinpartien abgestoßen wird. Der Stein kommt auf eine Reiberpresse - mit dieser dann der Druck erfolgt.

Nach dem Druck der Auflage wird der Stein wieder abgeschliffen. Man verwendet dazu Korund / Quarzsand / Silicon Carbide und einen anderen Lithostein und schleift die Steine gegeneinander. Dann kann der Stein getrocknet, und wieder neu bezeichnet werden.

 
 Renate Moran Lithographie  

Die Lithografie - Technik wurde 1796 - 1798 von Alois Senefelder erfunden. Vorerst zur Vervielfältigung von Notenblättern. Das Wort Lithografie kommt aus dem Griechischen und bedeutet : lithos = Stein, graphein=schreiben.


Das neue Verfahren wurde bald von bedeutenden Künstlern aufgegriffen:
Goya, Ingres, Delacroix, Daumier, Menzel. Später dann Miro oder Picasso der seinen Drucker technisch sehr gefordert hat. 


Robert Rauschenberg hat dann die Ausdrucksmöglichkeit der Lithografie noch wesentlich erweitert.

Die Lithografie erlaubt große Modulationsmöglichkeiten im Schwarzweiß mit unendlich vielen Schattierungen wie z.B.
bei Werken von Käthe Kollwitz.
Interessant und noch schwieriger ist der Mehrfarbendruck. Jede Farbe benötigt einen eigenen Stein und sollte genau übereinander gedruckt werden.

 
   

Es gibt zwei Möglichkeiten eine Lithografie zu schaffen :


Durch direktes Gestalten auf dem Stein (Steindruck)
Durch den Umdruck einer Zeichnung (Umdruck - Lithografie).

 

1. Direktes Arbeiten auf dem Stein mit Litho - Kreide und Litho -Tusche, mit Pinsel, Feder, Schaber, Nadel u.a. Es lässt sich auch mit der Spritztechnik (Sieb oder Bürste) arbeiten, man kann lavieren, ätzen, schaben etc.


2. Umdruck-Lithografie (auch Papier - Lithografie bzw. Autografie genannt). Hier wird die Zeichnung von einem Spezialpapier auf den Stein umgedruckt, übertragen und dann weiterbearbeitet. Große Künstler haben sich des Umdruckpapiers bedient, so Daumier, Toulouse-Lautrec, Nolde, Barlach, Matisse, Kokoschka, Dohmen u.a.


Auch weitere Verfahren wie z.B. ein Druck von bezeichneten und im ähnlichen Verfahren präparierter 
Zink- oder Aluminiumplatten ist gebräuchlich aber keine Lithografie.
Diese Technik nennt man Alugrafie.

 

AUFLAGE:

Vom Künstler festgelegte Anzahl der Exemplare, die von der Druckform abgezogen werden.
Vom eigentlichen Auflagendruck spricht man indessen erst, wenn mehr als 5 Abzüge gedruckt werden.
Die Auflagenblätter sollten keine Unterschiede aufweisen. 
Es können von der Druckform auch mehrere Auflagen erscheinen. 
Der Künstler nummeriert jedes Blatt mit Stückzahl und Auflagenhöhe.
z.B.3 / 20 das heisst : Das dritte Blatt von einer Auflage von 20 Stück.
Und doch ist jedes Blatt ein Orginal.

 

 


ERKENNUNGSMERKMALE:

Die Lithografie zeigt keinen Plattenrand wie die Radierung. Manchmal presst sich die Steinkante oder ein Teil von ihr ein. Das ist ein besonders schönes Zeichen einer Orginallithografie.
Der Handpressendruck ist an der Glättung des Papierkorns erkennbar. Im Druckbereich des Reibers wird das Papier zusammengepresst. Man erkennt die Reiberglättung gut, wenn man das Blatt schräg gegen das Licht hält.

Einen Maschinendruck aus der Steindruckschnellpresse (500 bis 600 Drucke in der Stunde) hat keine Reiberglättung: Die Presse verfügt statt des Reibers über einen Druckzylinder. Eine direkt auf den Stein gebrachte Lithografie zeigt unter einer Lupe das ausgeglichene Korn des Steins.
Die Umdruck - Litho zeigt eine dem Stein wesensfremde Kornstruktur, nämlich das leicht gequetschte Papierkorn. Aber dieses Papierkorn ist selbst wiederum ein neuer Wert, der nur im Prozess des Druckens erreichbar ist.
Am Litho - Werk Oskar Kokoschkas kann man das, gerade auch im Vergleich zu den Zeichnungen, besonders gut feststellen. Um eine Umdruck-Litho von einer direkt auf den Stein gearbeiteten Litho. zu unterscheiden bedarf es großer Erfahrung.

 


QUALITÄT:

Ein guter Druck zeigt sich vor allem in den Halbtönen, die samtartig weich, und im Tonreichtum einer Fläche bzw. einer Linie erscheinen. Kritische Stellen sind die Tonwerte, und die Übergänge von hell auf dunkel. 
Der Handpressendruck verfügt über eine größere Ausdrucksstärke als der Maschinendruck. Der Sammler sollte den Lithografien den Vorzug geben, in denen die Möglichkeiten des Druckens vom Stein wirklich genutzt worden sind. Es ist ein Unterschied, ob ein Künstler selbst druckt, oder diese Arbeit von einem erfahrenen Drucker machen lässt.
Künstler die selbst drucken sind eher in der Minderheit und daher sind diese Blätter von besonderer Bedeutung.

 

Wenn ich jetzt Ihr Interesse an der Lithografie geweckt habe und Sie näheres über Technik und Machart erfahren möchten, dann schreiben Sie mir, oder melden Sie sich bei einem meiner Lithografiekurse an.

 
   
   
   
   
   
 

 

 

 

 


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