Biografie

Renate Moran

arbeitet weitgehend allumfassend, unter Verwendung von verschiedenen künstlerischen Ausdrucksmitteln wie Malerei , Druckgraphik (Lithografie und Monotypie), Zeichnung, Glasfusing,  Kunst am Bau und im öffentlichen Raum.

Die Kunst bemalt mein Leben - mein Leben beschreibt meine Kunst - Ich lebe von und mit meiner Kunst.

Druckgrafik, Schwerpunkt Lithographie bei Prof. Alfred Billy, Werkstätte Kunsthochschule Linz, 

Mentor und Lehrer, 

Prof. Milan Wirth, Wien, Förderer St. Lukas Gilde Antwerpen. 

Prüfung durch das Kulturministerium für Unterricht und Kunst 1982 

Verleihung der Künstlerinnen Namenspunze für Gold und Silber.


seit 1982: freiberufliche Malerin und Grafikerin, Aufträge für Kunst am Bau in OÖ mit Glaskunst
Dozentin für Malerei und Druckgrafik in der Erwachsenenbildung


Kuratorin von Kunstausstellungen und Projekten

Seit 2008 Vorsitzende des BSA-ART

Ab 2023 obliegt Renate Moran die künstlerische Leitung der Margret Bilger Galerie im Stift Schlierbach.

Nach 8 Jahren im Kulturbeirat des Landes OÖ nun ab 2022 in den Kulturbeirat der Stadt Linz berufen.


Autorin von Aphorismen und philosophischen Texte, und ein Kinderbuch "Die Pilzstraßenband", geschrieben und illustriert

seit 1999: Leitung der Lithowerkstätte im Papiermacher- u. Druckerei- Museum Steyrermühl OÖ

seit 1974: kontinuierliche Ausstellungstätigkeit im In- und Ausland
Mitglied bei: Vereinigung Kunstschaffender OÖ, BBK Niederbayern, Cart Pregarten und seit 2008 Vorsitzende des Bsa-Art OÖ


2004: Leitung des Symposiums „Ton-on-Ton“ in Torbali/Türkei
2011: "Alte und neue Druckkunst" - Ausstellung mit KünstlerInnen BBK Niederbayern im Papiermachermuseum Steyrermühl und Landshut
2011: Symposium zusammen mit 6 Linzer und 6 türkischen Künstler*innen in der Anadolu Üniversitesi Eskisehir/Türkei im Rahmen der Städtepartnerschaften Linz/Eskisehir
2011/2015: - Eskisehir - Linz
2004/2008/2012: Kunststipendien des Landes O.Ö. Krummau CZ,2004, 2011: Paliano 2008 , Malo 2012
2016/2018: Künstlerkolonien 2x Prachatize CZ
2016/2018: 2x Vranica, Gornji Vakuf Uskoplje Bosnien Herzegovina 

2017/2018: Kuratiert die Ausstellungen “Starke Frauen”
2018/2019/2022: Kuratiert die  Wander Ausstellungen„Gleichstellung und Gleichbehandlung im Fokus der Kunst“
2019/2020/2022 : kuratiert die Wanderausstellungen „gleich ist nicht gleich”  Ausstellung im Kulturmodell Passau, Papiermacher u. Druckerei Museum Steyrermühl, Club der Begegnung CDB Linz, KIAM Amstetten, Solingen Deutschland 

Ausstellungen der letzen Jahre 

Einzellausstellung " Musik im Bild" + Performance, Kulturzentrum Bruckmühle, 4230 Pregarten

 

1.5. - 30. 5. 2022

K.O.vid 21 -vielleicht /ALL/mächtig, Rathaus Steyr , Beteiligung

 

25.2. - 10.5. 2022

6.Ausstellung "gleich ist nicht gleich"des BSA-ART und BBK Niederbayern,SK Solingen (D)

 

20.3. - 24.4. 2022

Gleichstellung und Gleichbehandlung im Focus der Kunst,Ansfelden Haid GIGA , BSA-ART und Gleichstellungsbüro der Stadt Linz,  Gemeinschaftsausstellung zum Weltfrauentag

 

8.3. - 29.4. 2022

Galerie Kunstpfad Standl Bischofstraße 7    1. Stock , 4020 Linz      mit 5 Kolleg*innen   

 

Ab 28.05.2021

TV Sendungen: Renate Moran zeigt die Glasfusingtechnik ab 2021

 

28.03.2021

Galerie der Vereinigung Kunstschaffender / OÖ Kulturquartier, we are Family, Gemeinschaftsprojekt

 

09.03.2021

TV Sendungen Renate Moran That's new and need it/die Kunstsammlung des Landes OÖ

 

12.02.2021

Kunsthaus Reiter - Haus Herzogenburg NÖ, Im Fluss

 

04.09.2020

TV und Ausstellung”Stop der Gewalt an Frauen Haus der Erinnerung St. Georgen/Gusen
Bewustseinsregion , Deckengestaltung “ der steinige Weg und nie wieder”
Kunstpräsentationen und Führungen

 

ab Sommer 2020


Galerie Kiam, Amstetten “gleich ist nicht gleich”

 

30.06.2020 

Schlossmuseum, Linz, Kultur braucht Kunst Sommerausstellung 2020

 

26.06.2020

Kiam Amstetten, gleich ist nicht gleich

 

09.03.2020

Galerie der Vereinigung Kunstschaffender / OÖ Kulturquartier, Körperbilder

 

03.03.2020

Kunsthaus Burg Obernberg a. Inn, B hoch 3 2020 B3-BURG/BILD/BIERMÄRZ

 

29.02.2020

Vereinigung Kunstschaffender Oberösterreichs, bvoö, happybirthday75

 

03.02.2020

Clubgalerie der Dr. Ernst Koref-Stiftung im OÖ. Kulturquartier, gleich ist nicht gleich

 

28.01.2020

Altes Rathaus Linz, Verbindungen

 

25.11.2019

Galerie Verein die KunstschaffendenOÖ Kulturquartier U-Hof Linz Landstraße, Lost+found Jahresausstel...

 

25.10.2019

Papiermacher und Druckereimuseum Steyrermühl, Wanderausstellung -gleich ist nicht gleich-station 2

 

12.09.2019

Ausstellung Gleichstellung und Gleichbehandlung im Fokus der Kunst

 

01.08.2019

Kunstforum Linz Ag, Gleichstellung und Gleichbehandlung BSA-ART Projekt

 

30.07.2019

     

Taxispalais Kunsthalle Tirol, Innsbruck, 36 österreichischer Grafikwettbewerb

 

25.05.2019

Wissensturm, Linz, Wanderausstellung BSA-ART und Glechstellungsbüro der Sadt Linz

„GLGEICHSTELLUNG UND GLEICHBEHANDLUNG BEI DER STADT LINZ IM FOK...

 

07.05.2019

 

Galerie des Generalsekretariats Wien Landesgerichstsraße, 4  BSA-ART Projekt

Starke Frauen

 

30.04.2018

 

Cart Pregarten Hauptplatz Heimathaus, Herbert Friedl und Cart Künstler*innen Gemeinschaftsprojekt

 

16.03.2018

Gemeindeamt Altmünster, Starke Frauen BSA-ART Projekt

 

15.02.2018

Galerie der Vereinigung Kustschaffender OÖ Kulturquartier Linz, DNALREDNUW MI-IM WUNDERLAND ,Gemeinschaftsausstellung           .

 

05.02.2018

Galerie im Wissensturm Linz, Starke Frauen 3, BSA-ART Projekt

 

14.11.2017

Landesmusikschule Kirchdorf, Musik, Wein und Kunst - Musik im Bild "

 

09.06.2017

Central Veranstalltungszentrum Linz Landstraße, Starke Frauen Central Linz

 

16.05.2017

Clubgalerie der Dr. Ernst Koref-Stiftung im OÖ. Kulturquartier, Starke Frauen und Roboter, NextComic

 

16.03.2017

Arbeiterkammer Linz, Starke Frauen mit 4 Kolleginen im Frauenmonat

 

15.03.2017

Galerie der Kunstschaffenen OÖ, WE ARE THE ROBOTS Gemeinschaftsausstellung

 

06.03.2017

Galerie der Vereinigung Kunstschaffender OÖ, Die Befragung der Realität, Gemeinschaftsausstellung

 

29.10.2016

Kunstinitiative Amstetten, Weggehen -Ankommen-Wo Bleiben, Gemeinschaftsausstellung

 

11.05.2016

     

 

Letzte Einzel und Kollektiv Ausstellungen:

Schlossgalerie Steyr, WENN DIE WELT BRENNT Kunst und Klima FINISSAGE 2023

Papiermacher und Druckereimuseum Steyrermühl, Musik im Bild 1 . 5 2023


Hollengut 4671 Neukirchen bei Lambach, Sommerausstellung – Sensibilität 2023


Schloß Galerie Schärding, 100 Jahre hundert Werke 2023


Rathausgalerie Steyr, Legt die Waffen nieder auf.....2023


Galerie der Vereinigung Kunstschaffender / OÖ Kulturquartier, Unschärfen 2023


Papiermacher und Druckereimuseum Steyrermühl, internationaler Tag der Druckkunst 15.03.24


Einzelausstellung Vereinigung Kunstschaffender Oberösterreichs, bvoö, Die Musik der Frauen im Bild und Performance 06.05.2024


Papiermacher und Druckereimuseum Steyrermühl, Symposium und Ausstellung anlässlich 100 Jahre Anton Bruckner 31.08.24


Hipphalle Gmunden, Theredientalstr. 68, 4818 Gmunden, Der Hintern 2024


44er Galerie Leonding, Funkeln . Die Kunstschaffenden 22.11. 2024


Passage-Linz, Hintergrund Liebe- Bsa-art 2024


Passage-Linz, Wasser-Feuer-Feuer-Wasser 2025


Turmgalerie Vilshofen Stadtturm Deutschland, Im Auge des Sturms 2025


Rathausgalerie Steyr, Altes Rathaus, 80 Jahre Befreiung -Ende des 2. Weltkriegs 25


Hipphalle Gmunden, Theredientalstr. 68, 4818 Gmunden, Achtung 2025


Kunstforum Linz AG, Grenzenlose Perspektiven ,Linzer Kunst im internationalen Kontext, Kuratiert von Renate Moran ein Projekt der Linz Ag 2025


Altes Rathaus Linz, Dialog der Distanzen in Zusammenarbeit BSA-ART und Verein Tuka Ukrainische und Österreichische Kunstschaffende 2025


Museum-Hotel Austria Bad Ischl MUT -Mensch -Waffenlos . 5.2. 2026


Buch zu " Musik der Frauen im Bild"  erschienen Renate Moran 2024

 


Verschiedene Gedichte, Texte zur Kunst, Philosophische Kunstgedanken - Kinderbuch “Die Pilzstraßen Band” geschrieben und illustriert, Verlag SchEZ DVD “Lithografie” (Lehrfilm)
DVD “Porträt” Interview und Bilder v. Renate Moran (60 Min.)
Film über die Ausstellung "gleich ist nicht gleich"
Film über die Ausstellung " Gleichstellung und Gleichbehandlung"

 

Arbeiten befinden sich in Österreich, Deutschland, Spanien, Marokko, Mallorca, Griechenland, Türkei, Kalifornien, Schweden, Italien, Tschechien, Bosnien-Herzegovina

Preise und Nominierungen
2013: Margareta Lupac Preis Nominierung des Verbands VHS OÖ

2014 : SPACEfemFM - Radio FRO  Frauen Würdigungspreis Asplausia im Kunst und Kulturbereich

2017: Verleihung des „Großen Verdienstzeichens der Stadt Linz für Kultur“

2019: Hauptpreis der Projektausschreibung Kunst am Bau Neue Mittelschule Ansfelden

2021: 5.6. 2021  Johanna Dohnal Anerkennungspreis

2021: Stipendium vom Land OÖ und der Kunstsammlung September ein ganzes Monat 2021 durfte ich in der Villa Rabl in Bad Hall OÖ leben und arbeiten - es sind 10 Bilder zum Thema Musik und Geräusche entstanden

2021: November und Dezember wieder alle Ausstellungen und Aktivitäten verschoben.

 Dr. Peter Assmann  schreibt über das Werk:

Vom Geben und Nehmen – zu den Bildwerken von Renate Moran

 

Nach wie vor bestimmt sich zeitgenössische Malerei in besonders überzeugender Form als absolut persönlichkeitsbezogenes künstlerisches Gestaltungsmedium. Farben und Formen, Körper und Bewegungen, Fluss und Rhythmus, Ausdruck und Eindruck lassen sich hier zu ganz persönlichen Gestaltungen des eine Erfahrung-in-die-Welt-treten-Lassens formen. Die Welt des persönlich gesetzten Farbauftrages erweist sich nach wie vor als eine der intimsten und zugleich offensten Schnittstellen zwischen größtmöglicher Zusammenfassung unterschiedlichster Erfahrungswelten und größtmöglich konzentriertem Ausdruck – stets dominiert von einem selbstbewusst nach außen getragenem Ich. 

Renate Morans Malerei bemüht sich in ganz besonderer Weise um diese Schnittstelle: Sie bekennt sich zu einer absolut persönlichen Erfahrungswelt, zugleich zu deren Transformierbarkeit in der Welt der Farbe, deren ästhetische Kraft vor allem im steten Bemühen um größtmöglich dichte Zusammenführung liegt. Diese Konzentration ist zum Einen eine Konzentration der Farbe als direktes, primäres Seherlebnis; diese Konzentration ist aber vor allem die Bewegung des in die Farbe getauchten Pinsels - eine Bewegung, die von Kadenz zu Kadenz schreitet, die durchdrungen ist von durchgängigen Rhythmuserfahrungen und zugleich eine Gesamtorientierung in sich tragen muß  – eine Ausrichtung auf eine zusammenführende Großform, ein grundsätzliches Gestimmt-Sein einer Bildkomposition oder aber ein kompaktes Ausdruckkonzept, das sich durchaus auch über sehr bestimmt gesetzte Schriftzeichen und Wortkombinationen vermitteln kann.

 

 

Rede Renate Moran“ Im Klang der Farbe“ 6. Mai 2026

Marlene Elvira Steinz 


Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kunstinteressierte,
sehr geehrte Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Wels,
und vor allem: liebe Renate,
es ist mir eine große Freude, heute diese Ausstellung von Renate Moran hier im Medienhaus Wels eröffnen
zu dürfen. Bevor ich auf die Werke eingehe, möchte ich einen kurzen Blick auf die Person und den
Werdegang von Renate Moran werfen.
Seit 1982 ist sie als freischaffende Künstlerin tätig – als Malerin, Grafikerin, Kuratorin und Organisatorin
zahlreicher Ausstellungen, Symposien, Workshops und internationaler Malkurse. Ihr künstlerisches Arbeiten
ist dabei stets verbunden mit einem außergewöhnlichen Engagement für andere Künstlerinnen und Künstler,
was nicht selbstverständlich ist.
Viele kennen sie nicht nur als Künstlerin, sondern auch als Lehrende – als eine, die begleitet, stärkt, fordert
und Räume öffnet. In ihren Seminaren und Malreisen vermittelt sie seit Jahrzehnten bildnerische Praxis und
künstlerisches Denken.
Ein besonderer Ort ihres Wirkens ist seit 1999 auch die Druckereiwerkstätte im Papiermachermuseum
Steyrermühl, wo sie seit vielen Jahren regelmäßig Lithografie-Workshops leitet und ihre Erfahrung in der
Druckgrafik weitergibt.
Doch darüber hinaus zeigt sich in ihrem Wirken etwas, das über die eigene künstlerische Praxis hinausgeht:
ein großes, konsequentes Engagement für die Sichtbarkeit von insbesonders Frauen in der Kunst, für
Gleichstellung, und für ein faires, unterstützendes Miteinander. Bezugnehmend darauf sind in der
Ausstellung auch Porträts mutiger Frauen in Monoprinttechnik präsentiert.
Renate Moran hat sich über viele Jahre hinweg nicht nur künstlerisch positioniert, sondern auch
kulturpolitisch – mit einer klaren Haltung, die sich für Chancengleichheit und strukturelle Veränderung
einsetzt.
Seit den 1980er Jahren ist sie Mitglied der BSA, später BSA-Art OÖ., deren Vorsitz sie seit 2008 innehat.
Zudem war und ist sie in kulturpolitischen Gremien aktiv – im Kulturbeirat des Landes Oberösterreich und
seit 2022 aktuell im Kulturbeirat der Stadt Linz.
Für dieses umfassende Engagement wurde sie mehrfach ausgezeichnet, unter anderem durch die Verleihung
der Kunstpunze für Arbeiten in Edelmetall von der Republik Österreich 1995, weiters 2017 mit dem Großen
Verdienstzeichen der Stadt Linz für Kultur, sowie 2021 dem Johanna-Dohnal-Anerkennungspreis.
Darüber hinaus ist Renate Moran seit 1974 in einer intensiven Ausstellungstätigkeit im In- und Ausland
präsent, erhielt Stipendien und Einladungen zu internationalen Projekten und realisierte wiederholt
Arbeitsaufenthalte im Ausland, die ihr künstlerisches Schaffen nachhaltig erweitert und geprägt haben.
Diese biografischen Linien sind wichtig, weil sie etwas sichtbar machen, das auch in ihren Werken spürbar
ist: eine große Konsequenz, eine innere Klarheit, und die Fähigkeit, Prozesse über lange Zeiträume hinweg
zu tragen – künstlerisch wie gesellschaftlich.
„Auf der Suche nach Erfüllung, fand ich die Arbeit. Auf der Suche nach dem Sinn, fand ich die Kunst.“
Mit diesen Worten beschreibt Renate Moran selbst den Ausgangspunkt ihres künstlerischen Weges. Und
vielleicht ist genau das entscheidend: Diese Werke entstehen nicht aus einem festen Konzept heraus – sie
entfalten sich aus einer inneren Notwendigkeit.
Wenn wir diesen Raum betreten, begegnen wir nicht einfach Bildern. Es entfalten sich Bildräume, in denen
sich Wahrnehmung stetig verschiebt.


Der Ausstellungstitel „Im Klang der Farbe“ beschreibt dabei keine Metapher, sondern eine konkrete
künstlerische Praxis. Denn, was sich hier zeigt, ist ein dynamisches Gefüge aus Farbe, Bewegung und
Klang, das sich im Sehen weiterentwickelt – hörbar und fühlbar wird.
Im Zentrum steht ein pulsierendes Feld, in dem sich malerische Prozesse verdichten, überlagern und wieder
auflösen. Farbflächen treten hervor, ziehen sich zurück, sie durchdringen einander, verschränken sich, und
beginnen, eine eigene Rhythmik zu entfalten. Das Werk erscheint dabei nicht als abgeschlossene Form,
sondern als ein offener Prozess, der sich im Wahrnehmen fortsetzt.
Renate Moran beschreibt ihre Arbeitsweise sehr klar: Sie sammelt Musik, die sie berührt, und lässt deren
Rhythmus, deren Struktur, deren Bewegung in Farbe übergehen.
In diesem Zusammenhang lässt sich auch an den Schweizer Musikwissenschaftler Ernst Kurth erinnern, der
formulierte: „Musik ist Energie und Bewegung.“ Ein Gedanke, der sich in diesen Werken in besonderer
Weise vergegenwärtigt. Doch diese Werke illustrieren Musik nicht. Vielmehr entsteht ein Resonanzraum, in
dem sich Hören und Sehen gegenseitig durchdringen. „Musik ist kein Zustand, sondern ein Werden - ein
Fließen von Spannung, das sich im Hören entfaltet. Melodien sind keine statischen Tonfolgen, sondern
fließende Linien, die sich durch den Raum bewegen.“ So Kurth.
In den großformatigen Werken (150x150 cm), teilweise Faltbilder, die sich auf musikalische Kompositionen
und Persönlichkeiten beziehen, entfaltet sich diese Übersetzung besonders eindrücklich. In der „Hommage
an Gustav Mahler“, in den kraftvollen, vielschichtig verdichteten Werken zu Anton Bruckner, in der
Auseinandersetzung mit Wolfgang Amadeus Mozart und der Linzer Symphonie, aber auch in den neueren
Werkgruppen, in denen sich musikalische Erinnerung, Gegenwart und persönliche Resonanz verschränken:
im „FADO – gemalte Erinnerung an Misia und Pontevedra“, in den Werken zur Musik des Komponisten
Balduin Sulzer, in den Bildsetzungen zur Songwriterin Elisa aus Triest, sowie in der Werkgruppe zur
Klaviernacht mit Komponistinnen wie Fanny Mendelssohn-Hensel und Gertrud Firnkees. Auch in früheren
Werken – etwa in „Welle II“ zur Musik von Ludovico Einaudi – wird diese kontinuierliche
Auseinandersetzung sichtbar.
Hier entsteht ein vielschichtiges, sich überlagerndes Gefüge, in dem sich unterschiedliche musikalische
Sprachen, Zeiten und Ausdrucksformen begegnen.
Wenn wir einzelne Werke etwas genauer in den Blick nehmen, wird diese Form der Übersetzung besonders
spürbar. In den Werken zu Anton Bruckner etwa verdichten sich Klangräume zu einem kraftvollen, nahezu
architektonischen Gefüge.
Es entsteht eine Struktur, die sich aufbaut, sich steigert, und zugleich immer wieder Momente der Öffnung
zulässt - eine Bewegung, die an musikalische Steigerungen erinnert, ohne sie abzubilden.
Ganz anders – und doch verwandt – zeigt sich dies im „FADO – gemalte Erinnerung an Misia und
Pontevedra“. Hier wirkt die Bildfläche durchlässiger, fragiler, fast atmend. Farbe scheint sich zu lösen, sich
zu verflüchtigen, und zugleich wieder zu verdichten.
Eine leise, melancholische Bewegung durchzieht das Werk, eine Spannung zwischen Nähe und Entzug,
zwischen Präsenz und Erinnerung. An einer Stelle formuliert Renate Moran selbst sehr präzise, worum es ihr
in dieser Ausstellung geht:
„Es geht mir um die Künste – um Musik, Malerei, Druckgrafik, das Schreiben. Es geht mir um das Sinnliche
– und um eine Bewegung durch die Zeit, von Arbeiten, die bis zu 30 Jahre zurückreichen, bis in die
Gegenwart. Und es geht um die Wahrnehmung – immer wieder darum, wie Menschen reagieren und wie sie
mit den Künsten umgehen.“ Dieser Gedanke ist zentral.
Und ein zentraler Ausgangspunkt dieser Werke ist die Synästhesie – das Zusammenwirken der Sinne, welche
eine angeborene Eigenschaft des Menschen darstellt, die uns ermöglicht, Klänge mit Farben, Farben mit
Geschmäcken oder Düfte mit Formen und umgekehrt zusammen zu empfinden, zu sehen und zu assozieren.

Bereits Aristoteles sprach vom „Gemeinsinn“, später wurde der Begriff im 19. Jahrhundert von Alfred
Vulpian geprägt, und Künstler wie Wassily Kandinsky haben diese Verbindung von Klang und Farbe intensiv
reflektiert. Auch hier geht es weniger um eine besondere Fähigkeit, als um eine Form der Aufmerksamkeit.
Denn diese Werke fordern uns auf, beim Schauen zu hören – und beim Hören zu sehen.

Renate Moran schreibt: „Ich lasse mein Inneres mitspielen. Ich konfrontiere mich im Gehörten mit dem
Jetzt.“ Und genau darin liegt die Qualität dieser Werke: Dass sie nicht nur Klang aufnehmen, sondern ihn
transformieren – in ein visuelles Feld, das sich ständig verschiebt, sich verdichtet, und sich zugleich wieder
entzieht.
Neben dieser starken musikalischen Dimension zeigt sich in der Ausstellung eine zweite, ebenso
grundlegende Ebene: Die Natur.
In Werken wie „Mystische Steine im plätschernden Bach“, „Baumräuspern“ oder dem „Sprudelnden
Salzbrunnen“ entfalten sich ebenfalls rhythmische Strukturen, Bewegungen, und ein Gefüge, das sich nicht
festlegen lässt.
Hier wird besonders deutlich, wie eng Natur und Klang in Renate Morans Arbeit miteinander verbunden
sind. Sie beschreibt ihre naturbezogenen Werke selbst als Umsetzungen von Geräuschen – das Krächzen von
Krähen im Geäst, das Quaken von Fröschen, das Plätschern von Wasser – wie in einem Orchester. Auch
diese Werke sind Musikbilder.
Wenn man diese Ebenen zusammendenkt – Musik, Natur, Wahrnehmung – dann wird sichtbar, dass es
Renate Moran um etwas Grundsätzlicheres geht: Um das Sichtbarmachen von Prozessen. Um das Erscheinen
von Bewegung. Um ein Gefüge, das sich im Wahrnehmen ständig neu organisiert. Diese Werke verlangen
daher nicht nach einer schnellen Lesart.
Sie eröffnen einen Zugang, der sich nicht allein rational erschließt, sondern ebenso sinnlich und intuitiv
erfahren werden will.
Auch die Materialität spielt dabei eine wesentliche Rolle. In vielschichtigen Prozessen werden Pigmente,
Acryl, Öl, Tusche, Kugelschreiber und weitere Materialien wie unterschiedliche Bindemittel geschichtet,
überlagert, wieder freigelegt. Strukturen verdichten sich, brechen auf, werden durchleuchtet und neu
organisiert. Alle großformatigen Gemälde sind auf Leinwand oder Aquarellkarton gemalt.
Das Werk entsteht als ein sedimentierter Prozess – als etwas, das sich einschreibt und zugleich in Bewegung
bleibt. Dabei wird auch deutlich, dass diese Werke auf einer über viele Jahre hinweg entwickelten,
eigenständigen Technik basieren.
Renate Moran hat sich ihre malerischen Verfahren in einem langen Prozess erarbeitet, verfeinert und
kontinuierlich weiterentwickelt. Diese technische Konsequenz zeigt sich ebenso in ihrer Druckgrafik, wie
auch in ihrem literarischen Arbeiten – etwa in den Aphorismen, die im Katalog sichtbar werden.
Gleichzeitig bleibt über all diese Ausdrucksformen hinweg etwas konstant: eine klare, wiedererkennbare
künstlerische Handschrift. Eine Bildsprache, die sich nicht an Trends orientiert, sondern aus einer inneren
Konsequenz heraus entsteht.
Liebe Renate,
Deine Ausstellung ist auch als Komposition im Raum zu verstehen, denn deine Werke zeigen mit großer
Klarheit und Konsequenz, dass Malerei ein Raum sein kann, in dem sich unterschiedliche Ebenen der
Wahrnehmung verschränken.


Ein Raum, in dem sich Klang vergegenwärtigt. Und Farbe beginnt zu schwingen. Ich danke dir für diese
Ausstellung und für deine kontinuierliche, intensive künstlerische Arbeit.
Ich danke Ihnen allen für Ihre Aufmerksamkeit und möchte Sie herzlich einladen, sich Zeit für diese Werke
zu nehmen, sich auf die Bildräume einzulassen –
und wenn Sie möchten, diese auch über den Ausstellungsbesuch hinaus zu begleiten. Die ausgestellten
Werke können erworben werden.
Vielen Dank.

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